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Fertiggerichte unter Verdacht – Dickmacher aus dem Kühlregal schmecken zu gut

Sie liegen wunderbar verpackt im Kühlregal oder in der Tiefkühltruhe des Supermarktes und laden Kunden mit schönen Packungsdesigns zum Kauf und Verspeisen ein. Das funktioniert, zumindest sicher nicht nur in den USA. Wie eine Studie zeigt, stammt dort jede zweite verzehrte Mahlzeit als Fertiggericht oder Fertigsnack aus dem Supermarkt. Die Zahlen dürften für Deutschland nicht grundlegend anders aussehen.

Dieser Trend ist offensichtlich der modernen sehr hektischen Lebensweise vieler Menschen geschuldet, die zur Zubereitung einer Mahlzeit objektiv oder auch nur vermeintlich einfach keine Zeit mehr lässt. Das wirkt sich nicht nur auf die Esskultur, sondern auch auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung aus.

Convenience Food schmeckt einfach zu gut

In den letzten Jahren brachten es einige bevölkerungsbasierte Studien immer deutlicher ans Licht der Öffentlichkeit. Wer sich überwiegend mit stark verarbeiteten Lebensmitteln wie Tiefkühlpizza und Fertiggerichten ernährt, tut nichts Gutes für seine Gesundheit. Das Risiko an Krebs zu erkranken oder früher zu sterben, ist bei den Liebhabern der als Convenience Food bezeichneten Lebensmittel signifikant erhöht. Natürlich ist es nicht so, dass diese Lebensmittel durchgängig nur so vor Fett triefen oder mit obskuren Zusatzstoffen aufgepäppelt sind. Einige Hersteller von Tiefkühlgerichten verzichten sogar ganz auf Zusatzstoffe. Es kann also nicht (nur) an potenziell gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen wie etwa Transfetten, Pökelsalz und anderen liegen, die Gesundheitsrisiken von Convenience Food erklären würden. Es muss auch noch andere Faktoren geben, die Forscher aus dem Nationalen Gesundheitszentrum der USA mit ihrer Studie identifizieren wollten. Dazu verglichen sie unter standardisierten Bedingungen das Essverhalten von zwei Probandengruppen, die sich über den Versuchszeitraum von zweimal zwei Wochen entweder mit Fertiggerichten und Snacks oder selbst zubereitetem Essen und Snacks ernährten. In beiden Gruppen waren die zum Verzehr angebotenen Kalorien immer gleich. Trotzdem legten die Probanden, denen ausschließlich Fertiggerichte zur Verfügung standen schon nach wenigen Tagen deutlich an Gewicht zu. Warum? Ganz einfach, das Convenience Food schmeckte den Probanden so gut, dass sie von den täglichen drei Mahlzeiten immer etwas mehr aßen als die Probanden mit dem selbst zubereiteten Essen. Das summierte sich pro Tag auf etwa 300 bis 400 Kcal zusätzlich und blieb natürlich auf der Waage auch nicht ohne Folgen.

Quelle: Kevin D. Hall et al. Cell Metabolism Clinical and Translational Report| Volume 30, ISSUE 1, P67-77.e3, July 02, 2019 Published: May 16, 2019 DOI:https://doi.org/10.1016/j.cmet.2019.05.008